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    Harmonisierung im b2b und Tarifrunde DT BS 2021

    Harmonisierung im b2b und Tarifrunde DT BS 2021

    08. März 2021

    Harmonisierung im b2b und Tarifrunde DT BS Verhandlungen fortgesetzt

    In der letzten Woche haben ver.di und die Arbeitgeberseite die Verhandlungen zur Tarifharmonisierung im Geschäftskundenbereich fortgeführt. Integriertes Geschäft erfordert Harmonisierung Bereits im Dezember hatte ver.di unterstrichen, dass ein integriertes Geschäft harmoniserte Arbeitsbedingungen erfordert. Nur so kann ein kulturelles Zusammenwachsen und das Gefühl EINES GK-Geschäfts im Deutschland-Segment erzeugt werden.

    In weiteren Terminen im Januar und Februar haben die Parteien ihre Sichtweisen zu Arbeitszeit und Variablensysteme sowie mögliche Lösungswege miteinander ausgetauscht. Innerhalb dieser Gespräche konnte auch eine besondere Lösung für die Zielvereinbarung 2021 gefunden werden. (siehe graue Box) Arbeitgeber fordern Kostenneutralität
    Die sachlich und konstruktiv geführten Verhandlungen lassen Kompromisslinien erkennen, die Komplexität in einigen Schwerpunktthemen erschweren jedoch eine
    schnelle Einigung.

    Neben Niveauunterschieden in den Entgelttabellen und in der „gesicherten Bandwanderung“ wird dies auch in den verschiedenen Arbeitszeitmodellen in der DT BS deutlich.
    Insgesamt bestehen aktuell sieben verschiedene Regel-Arbeitszeiten zwischen 34 und 40 Stunden (Schwerpunkt liegt bei 38 Stunden und im Modell ARAZ). Die arbeitgeberseitige Betonung der Kostenneutralität als Voraussetzung für eine Tarif-Harmonisierung machen die Spielräume für Lösungen eng.

    Einführung der Global Job Architektur
    Einigkeit besteht in der grundsätzlichen Frage der Einbeziehung der DT BS in die globale Job Architektur. Hierzu sehen beide Parteien die Notwendigkeit, eine gemeinsame Arbeitsgruppe einzusetzen, um die notwendige Vorarbeit, wie etwa die Erarbeitung von Job Profil Leveln, durchzuführen. Ebenso soll in einer Arbeitsgruppe geklärt
    werden, wie die Überleitung von heutigen Funktionen in die globale Job Architektur erfolgen kann.

    Tarifrunde DT BS weiterhin unbeantwortet
    Trotz der intensiven Gespräche und auch der zum Teil schon erreichten Einigkeit, wie etwa zur Einführung der GJA, ist die Frage nach der Tarifrunde 2021 für die DT BSBeschäftigten
    weiterhin unbeantwortet. Die Arbeitgeberseite ist in den nächsten Verhandlungsrunden gefordert, Vorschläge dazu einzubringen. Die Verhandlungen sollen in den nächsten Wochen
    fortgesetzt werden. 

    17. Dezember 2020

    Verhandlungen zu b2b und Tarifrunde DT BS: ver.di formuliert Verhandlungsziel

    die Verhandlungen zur Tarifharmonisierung im Geschäftskundenbereich begonnen. Innerhalb dieser Verhandlungen soll auch eine Lösung für die Tarifrunde 2021 in der DT BS gefunden werden. Parallel zu den vom Konzernbetriebsrat der Deutschen Telekom AG geführten Verhandlungen zum integrierten Geschäftsmodell „OneGK“ haben ver.di und die
    Arbeitgeberseite die Verhandlungen zur Tarifharmonisierung im Telekom Geschäftskundenbereich begonnen.

    Die Verabredungen zu diesen Verhandlungen wurde zwischen ver.di-Vertretern im Aufsichtsrat und dem Vorstand der Deutschen Telekom AG bereits im letzten Jahr
    getroffen und in einem Letter of Intent vereinbart. 

    Entgegen der damals durchaus als Option diskutieren Variante einer Fusion der beiden Gesellschaften DT GKV und DT BS (damaliger Arbeitsname GKV 2) steht seit
    einigen Monaten fest, dass es zu keiner Zusammenlegung kommen wird und das GK-Geschäft weiterhin aus den drei Gesellschaften DT GKV, DT BS und TDG heraus geleistet
    wird.

    Dennoch stehen ver.di und die Arbeitgeberseite zu der damals getroffenen Verhandlungszusage zu einer möglichen Tarifharmonisierung.

    Umfangreich und Komplex
    Die Eröffnung der Verhandlungen am 15. Dezember nutzten beide Seiten dazu, die bestehenden Unterschiede zwischen den Tarifwelten herauszuarbeiten und transparent zu
    machen. Diese sind vielseitig und offenbaren teilweise deutliche materielle wie technische Differenzen zwischen den beiden Tarifwelten. Unterschiede bestehen zum Beispiel in den tariflichen Regelungen zu:

    * Entgelttabellen
    * Einstellungsbedingungen für Nachwuchskräfte, Konzernwechsler und externe Einstellungen
    * AT-Grenze
    * Arbeitszeitdauer, das Modell „altersreduzierte Arbeitszeit“ und die Administration der Arbeitszeit
    * Umgang mit Mehrarbeit
    *  Gesicherte Bandwanderung
    * Ausgestaltung der variablen Entgeltbestandteile
    * Arbeitsbefreiung am 24. und 31. Dezember
    *  Erholzeiten
    * Ausgestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen
    *  Betrieblicher Weiterbildung
    * Förderung von Teilzeit
    *  Tarifvertraglicher Schutz vor betriebsbedingten Beendigungskündigungen und bei Rationalisierungsmaßnahmen
    * …

    Eine weiterere Differenzierung besteht im Bewertungssystem der beiden Gesellschaften. Während sich die DT GKV aktuell auf die Einführung der Global Job Architektur vorbereitet, findet diese in der DT BS aktuell keine Anwendung. Die Arbeitgeber hatten sich seinerzeit geweigert, die Unternehmen der T-Systems in die Verhandlungen der Global Job Architektur mit einzubeziehen.

    Gemeinsam stellten die Tarifvertragsparteien fest, dass eine Tarifharmonisierung unter den durch den LOI vorgegebenen Rahmenbedinungen komplex ist. Zumindest in Bezug auf die Global Job Architektur unterstrichen beide Tarifvertragsparteien den Willen, die DT BS in das System aufzunehmen, auch wenn die Detailfragen dazu noch zu klären sind.

    Tarifrunde 2021 für die DT BS

    Ebenfalls von ver.di adressiert wurden die Erwartungshaltungen unserer ver.di Mitglieder für die Tarifrunde der DT BS. Mit der Ersttarifierung der DT BS wurden die maßgeblichen
    Tarifverträge der T-Systems inhaltsgleich übernommen. Demnach hat der Entgelttarifvertrag eine Laufzeit bis Ende 2020, die Verhandlungen zur Tarifrunde finden allerdings
    nicht mehr im Verhandlungskreis der T-Systems statt.

    ver.di hatte sich mit der Arbeitgeberseite darauf verständigt, den Themenkomplex Tarifrunde der DT BS in die Verhandlungen zur Tarifharmonisierung zu integrieren. Hinweis: ver.di hat den Entgelttarifvertrag der DT Business Solution fristgerecht zum 31.12.2020 gekündigt. Eine vollständige Handlungsfähigkeit für die Tarifrunde ist daher dennoch gegeben.

    ver.di hat für die ver.di Mitglieder in der DT BS eingefordert, die gute Tarifentwicklung im Deutschlandsegment in diesem Jahr für die DT BS nachzuvollziehen und die Regelung zum
    Arbeitgeberzuschuss zum Lebensarbeitszeitkonto (LazKo) zu verlängern. Darüber hinaus strebt ver.di eine Synchronisierung der Laufzeiten des Entgelttarifvertrags mit der DT GKV und dem restlichen Deutschland-Segment zum 31.03.2022 an.

    Integriertes Geschäft erfordert Harmonisierung
    Die konstruktiv und offen geführten Verhandlungen lassen erkennen, dass hier harte Arbeit vor uns liegt und das angestrebte Verhandlungsziel nicht im Vorbeigehen eingestrichen werden kann. Für ver.di hat die Harmonisierung der Tarifverträge einen hohen Stellenwert. Dies gilt aus tarifpolitischer Sicht, vor allen Dingen aber auch für die Akzeptanz des integrierten GK-Modells „b2b powerhouse“ innerhalb der Belegschaften der DT GKV und DT BS. Dazu hat sich ver.di in den Verhandlungen deutlich positioniert. Klar ist aber auch, dass dies nicht zulasten der Arbeits- und Einkommensbedingungen heutiger Beschäftigter ausfallen darf. Die Arbeitgeber sind nun gefordert, sich aktiv an der Erarbeitung von Lösungen zu beteiligen.

    Die Verhandlungen sollen im Januar fortgesetzt werden. Wir werden weiterhin informieren.

    Eine weiterere Differenzierung besteht im Bewertungssystem der beiden Gesellschaften. Während sich die DT GKV aktuell auf die Einführung der Global Job Architektur vorbereitet, findet diese in der DT BS aktuell eine Anwendung. Die Arbeitgeber hatten sich seinerzeit geweigert, die Unternehmen der T-Systems in die Verhandlungen der Global Job  Architektur mit einzubeziehen.

    Gemeinsam stellten die Tarifvertragsparteien fest, dass eine Tarifharmonisierung unter den durch den LOI vorgegebenen Rahmenbedinungen komplex ist. Zumindest in Bezug auf die Global Job Architektur unterstrichen beide Tarifvertragsparteien den Willen, die DT BS in das System aufzunehmen, auch wenn die Detailfragen dazu noch zu klären sind.