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    Gute Arbeit im Homeoffice – gemeinsam gestalten, kollektiv absichern

    Gute Arbeit im Homeoffice – gemeinsam gestalten, kollektiv absichern

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    22. März 2020

    Gute Arbeit im Homeoffice – gemeinsam gestalten, kollektiv absichern.

    seit einem Jahr machen wir aufgrund der Corona-Pandemie sehr intensive Erfahrungen mit Homeoffice. Was resultiert daraus, was wollen wir beibehalten und wie soll das neue Normal gestaltet werden? Diese Fragen werden zurzeit in der Arbeitswelt von allen Akteuren und Beteiligten diskutiert.

    Was haben wir durch Corona gelernt?
    Insgesamt haben im Frühsommer 2020 fast 40 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland von zuhause aus gearbeitet, in der IT- und TK-Branche waren es deutlich mehr. Die Krise hat gezeigt, dass viele Tätigkeiten im Homeoffice gut bewältigt werden können, darunter auch solche, die vor der Pandemie eher nicht von zuhause aus erledigt werden durften wie beispielsweise die Arbeit im Call- und Servicecenter.

    Das alles fand – auch das gilt es zu beachten – unter eher widrigen Rahmenbedingungen statt: Beschäftigte sind ohne Vorbereitung und sehr schnell ins Homeoffice gegangen und mussten oft von einem Tag auf den anderen komplett auf ihr betriebliches Umfeld verzichten. Dazu kam für einen Großteil noch Sorgearbeit und/oder Homeschooling.
    Viele Beschäftigte möchten Homeoffice als eine mögliche Arbeitsform auch nach der Pandemie verstärkt beibehalten.

    Häufige Motivation: mehr Souveränität, eine bessere Vereinbarkeit und weniger Stress durch den Wegfall von Wegezeiten. Auch die Arbeitgeber denken darüber nach, Homeoffice verstärkt beizubehalten. Hier stehen vor allem auch Kostenüberlegungen im Vordergrund, denn je öfter von zuhause aus gearbeitet wird, desto weniger betriebliche Arbeitsplätze müssen zur Verfügung gestellt werden und desto mehr Fläche kann eingespart werden.

    Diese Überlegungen sind nicht neu, sondern werden im Zuge eines immer rasanteren digitalen Wandels schon lange diskutiert – Stichwort Desksharing. Damit einhergehend wird auch über Raumkonzepte nachgedacht – welche Flächen braucht es im Betrieb und wie kann der zur Verfügung stehende Raum so genutzt werden, dass die Bedarfe der Beschäftigten und der Unternehmen möglichst passgenau getroffen werden?

    Homeoffice: Chancen und Risiken
    Die Arbeitswissenschaft beschäftigt sich schon lange mit den positiven wie negativen Auswirkungen von Homeoffice. Denn diese Arbeitsform ist nicht neu, auch wenn sie durch den Corona-Lockdown einen enormen Beschleunigungsschub erfahren hat.

    Die Potenziale liegen auf der Hand. Ortsflexibilität ist eine positive Ressource, insbesondere dann, wenn sie mit Spielräumen bei der Arbeitszeitgestaltung einhergeht. Homeoffice kann die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben verbessern, gesundheitsförderlich wirken und die Arbeitszufriedenheit steigern.

    Auch die Gefahren sind allgemein bekannt und anerkannt. Wer von zuhause aus arbeitet, kann sich oft schwerer abgrenzen, weil Arbeit und Zuhause verschwimmen. Das führt insgesamt zu mehr Überstunden, höheren Erreichbarkeitserwartungen und mehr Schwierigkeiten, von der Arbeit abzuschalten. Auch eine potenzielle Entfremdung vom Betrieb gehört zu den Risiken.