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#RicoBleibt ~ Kündigung eines Auszubildendenvertreters der Telekom

#RicoBleibt ~ Kündigung eines Auszubildendenvertreters der Telekom

12. Dezember 2018

Solidaritätserklärung mit unserem Kollegen Rico Burchardt
(Vorsitzender Telekom Auszubildendenvertretung Leipzig)

Wer im Betrieb für die Interessen der Beschäftigten und Auszubildenden aktiv ist, muss besonders geschützt sein. So sieht es das Gesetz vor. Die Telekom sieht das anders.

Mitte Oktober wurde unser Kollege und AV-Vorsitzender Rico Burchardt bei der Telekom Ausbildung in Leipzig außerordentlich gekündigt. Wir sagen, das ist ein Angriff auf die Schutzrechte unseres Interessenvertreters. Der gesamte Verdi Jugendfachkreis Telekommunikation steht solidarisch hinter Rico, der für uns weiterhin der Vorsitzende der AV Leipzig ist und wir unterstützen ihn auf allen Ebenen und verurteilen das Vorgehen der Telekom.

Für den Betrieb Telekom Ausbildung wurde eigens ein Tarifvertrag zur Mitbestimmung abgeschlossen, der auch die Schutzrechte der Auszubildendenvertreter regelt. „Davon sind wir als Tarifvertragspartei jedenfalls ausgegangen.“ erläutert Franz Melzer, Vorsitzender des ver.di
Jugendfachkreises Telekommunikation in Leipzig, „Dass der Arbeitgeber dies nun in Frage stellt und vor einem Gericht die Gültigkeit klären lassen will, gehört kaum zum guten Ton. Vor allem, dass diese vermeintliche Klärung auf dem Rücken unseres Kollegen Rico ausgetragen wird.“

Es ist üblich, dass sich bei Unklarheiten über die Auslegung von Tarifverträgen zunächst die Tarifvertragsparteien über die Auslegung verständigen und gegebenenfalls über weitere Verhandlungen eine Rechtsicherheit schaffen.

Da die Telekom die Gültigkeit des Tarifvertrages für Rico anzweifelt, wurde er direkt gekündigt und als Beschäftigter bei der Telekom „abgemanaged“. Dieses beschämende Vorgehen der Telekom hat nicht nur Auswirkungen auf Rico, sondern es stellt auch das ganze
Mitbestimmungskonstrukt der AV’en inklusive den Schutz der Interessensvertreter in Frage.

Rico erhält seit Anfang November kein Entgelt mehr. Der Arbeitgeber fordert sogar noch einen Teil des Gehalts aus Oktober zurück.

Üblicherweise greift bei Kündigungen von Betriebsratsmitgliedern §103 des Betriebsverfassungsgesetzes. Demnach bleiben BR-Mitglieder
solange im Amt und in der Beschäftigung, bis ein Gericht über die Wirksamkeit der Kündigung entschieden hat.

„Damit schafft die Telekom Fakten, statt auf eine gerichtliche Entscheidung zu warten“ resümiert Franz Melzer. Von den drei anhängigen Gerichtsverfahren, sind zwei im Gütetermin ohne Ergebnis verlaufen, ein Gütetermin steht aus. Auf eine schnelle Rechtsprechung ist nicht
zu hoffen, da weitere Verhandlungstermine frühestens in einem halben Jahr möglich sind. Dies verschärft die persönliche Situation von Rico ungemein. Solidarische Unterstützung ist umso wichtiger!

Wir sagen: Tarifunklarheiten auf dem Rücken eines Interessenvertreters auszutragen ist ein No-Go! Ebenso die außerordentliche Kündigung eines Interessenvertreters, der sich für gute Ausbildung im Telekom-Konzern stark macht!

Rico, wir stehen gesammelt hinter dir. Mit praktischen Taten aber vor allem auch moralisch. Gemeinsam sind wir stark.

Leipzig, 12.12.2018
Landesbezirksfachbereichsjugendfachkreis
- FB 9 - Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen -

BAYERN TIMES

Bei der Deutschen Telekom ist der besondere Kündi-gungsschutz der Mitglieder der Auszubildendenvertre-tung (AV) per Tarifvertrag geregelt. Nun will die Tele-kom einem AV kündigen. Das ist ein Schlag ins Ge-sicht für alle Mandatsträger*innen auf allen Mitbestimmungsebenen in diesem Konzern!

Natürlich genießt der betroffene Kollege ver.di Rechts-schutz, aber darüber hinaus gibt es bundesweit auf allen Ebenen die volle Solidarität und Unterstützung.

Die Telekom stellt sich mit ihrer Vorgehensweise auf das Niveau von Firmen, die Betriebsräten kündigen, wie z.B. Weltbild und Amazon. Klug ist das nicht, denn wir sind viele!

Wir lassen uns die Mitbestimmung nicht nehmen und haben keine Angst!

Selbstverständlich haben auch alle Teilnehmer*innen der Landesfachbereichskonferenz mit einer Solidaritätsaktion dass Verhalten der Telekom Arbeitgeberseite verurteilt:  „Man kündigt keine Mitbestimmung!“