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ISS - CS fordert Sanierungstarifvertrag

ISS - CS fordert Sanierungstarifvertrag

Logo ver.di Zukunft statt Sanierung

16. März 2021

Tarifkonferenz spricht sich für Zukunft statt Sanierung aus

Am 11.März kamen die ver.di Tarifvertrauensleute in einer Videokonferenz zusammen und berieten über die aktuelle Situation und wie es nun weitergehen könnte. Zuvor hatte eine Delegation der Verhandlungskommission in einem Spitzengespräch mit Arbeitgebervertretern die Perspektive einer Verhandlung erörtert und dabei bereits deutlich gemacht, dass es aus ver.di Sicht nur mit einem nachhaltigen Zukunftskonzept weitergehen kann, zu dem auch der Arbeitgeber seine Hausaufgaben erledigen muss. Dem vorausgegangen sind zahlreiche Mitgliederversammlungen in den ver.di-Betriebsgruppen.

Wie kann das Vertrauen wieder hergestellt werden?
Die Kolleginnen und Kollegen aus den Betriebsgruppen waren sich einig, dass die Ankündigung des Arbeitgebers zu den Sanierungsplänen in der Mitgliedschaft die schon vorhandene schlechte Stimmung weiter runtergezogen hat. Bekanntermaßen gibt es seit Start des Accounts Schwierigkeiten.

Viele Kolleginnen und Kollegen sind enttäuscht. Das Bild, welches die ISS CS zum Start des Accounts als Arbeitgeber vermittelt hat, war ein vielversprechendes. Dass nun viele Prozesse immer noch nicht laufen, Ideen der Beschäftigten nicht ernst genug genommen werden und damit das Potenzial der Belegschaft nicht wirklich ausgenutzt wird, führt zu einem gesunkenen Vertrauen in den Arbeitgeber. Aus Sicht der ver.di Mitglieder ist es am Arbeitgeber dies wieder zu stärken und nicht weiter für Verunsicherung zu sorgen.

Zukunft statt Sanierung
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tarifkonferenz haben sich mehrheitlich für einen konstruktiven Umgang mit der Situation ausgesprochen. Für sie sind Tarifgespräche ohne ein nachhaltiges Konzept zur Sicherung von Beschäftigung kaum denkbar. Außerdem muss deutlich werden, dass die Maßnahmen des Arbeitgebers zur Verbesserung der internen Prozesse auch für die Beschäftigten sichtbar werden.

ver.di signalisiert Gesprächsbereitschaft – mit klaren Erwartungen
In einem Schreiben an den Arbeitgeber hat ver.di am Freitag signalisiert, sich an einen Tisch setzen zu wollen, wenn der Arbeitgeber die Forderung nach Urlaubskürzung vom Tisch nimmt. Zudem hat ver.di sehr deutlich signalisiert, dass sie vom Arbeitgeber Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der ISS Communication Services GmbH, insbesondere eine Stärkung der Umsatzentwicklung und eine Reduzierung der Fremdvergabe von Serviceleistungen erwarten.

Teamwork auch für gute und sichere Beschäftigung
ver.di ist eine Mitgliederorganisation. Unsere Forderungen, Ziele und Positionen stellen wir gemeinsam auf und vertreten wir gemeinsam.

02.03.2021

Arbeitgeber äußert sich zu Sanierungsplänen. Die Fragezeichen bei den Beschäftigten bleiben.

In seinem Video-Live-Chat am 25.2. hat der Arbeitgeber den Beschäftigten die wirtschaftliche Situation dargestellt und sich – zumindest auf Nachfrage - auch zu seinen Plänen zu massiven Einschnitten für die Beschäftigten geäußert.

Beschäftigte sind verunsichert, empört und verärgert. Parallel zu der Veranstaltung erreichten auch ver.di verschiedenen Stimmen zu den Vorhaben des Arbeitgebers.

Viele Beschäftigte sind von den Plänen verunsichert und fragen sich wie und in welchem Ausmaß sie betroffen sein werden. Die Verunsicherung insbesondere bei jungen Beschäftigten über die Entwicklungen bei ISS wächst.

Unverständnis herrscht darüber, wie die schlechte wirtschaftliche Situation zustande kommen kann, wo doch die Leistung im vorangegangen Jahr so gut wie nie zuvor waren (98% Wartungserfüllung beispielsweise). Viele Kolleginnen und Kollegen fragen sich, ob der Arbeitgeber bisher nicht registriert hat, dass in vielen Bereichen jetzt schon weit über dem Limit gearbeitet wird. Die geforderte Arbeitszeiterhöhung und Urlaubskürzung wirkt da wie Hohn.

Nicht zuletzt mischt sich Verärgerung ins Stimmungsbild. Immer noch fehlerhafte IT-Prozesse, nicht funktionierende Anwendungen sowie Prozesse im operativen Ablauf werden beklagt und sollten zunächst vom Arbeitgeber gelöst werden. Die Beschäftigten geben seit eineinhalb Jahren ihr Bestes, viele kennen das Geschäft weit länger und haben weitreichende Erfahrungen. Dass die von ihnen vielmals eingebrachten Vorschläge zur Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung nicht oder nur sehr zögerlich berücksichtigt werden, lässt mit den nun verlauteten Ankündigungen die Verärgerung noch steigen.

Für viele entsteht das Bild, dass nun offenbar die Beschäftigten diese Versäumnisse des Managements ausbaden sollen.

Mitglied werden und mitdiskutieren
ver.di ist eine Mitgliederorganisation. Unsere Forderungen, Ziele und Positionen stellen wir gemeinsam auf und vertreten wir gemeinsam. Die ver.di Betriebsgruppen werden kurzfristig Versammlungen einberufen, um die Situation breit zu diskutieren und das gemeinsame Vorgehen zu besprechen. Die dort gesammelten Eindrücke werden durch die zentrale ver.di Arbeitsgruppe gesammelt und zusammengefasst. ver.di wird auf den Arbeitgeber für das weitere Verfahren zugehen.

23. Februar 2021

Giftzettel von ISS - Arbeitgeber fordert Sanierungstarifvertrag


Mit einem Brief an ver.di offenbart die ISS Communication Services weitreichende wirtschaftliche Schwierigkeiten und fordert ver.di zu Verhandlungen zu einem Sanierungstarifvertrag auf. Die Forderungen der Arbeitgeber beziehen sich auf zukünftige Entgelterhöhungen, die Arbeitszeit, den tariflichen Urlaubsanspruch sowie „weitere Themen“.

Ist ISS CS ein Sanierungsfall?
Ein verlustreiches Jahr 2020, negative Finanzplanungen für 2021 sowie die Ankündigung von weiterer Flächenreduzierung durch die DTAG, das sind die Gründe, die ISS anführt, um die Verhandlungsaufforderung zu untermauern. „Auf Basis unserer Berechnungen und Prognosen wird es unumgänglich sein, weiter Personalkosten zu senken, um die ISS CS zu stabilisieren und damit den Erhalt von Arbeitsplätzen gewährleisten zu können“ heißt es wörtlich in dem von CEO und Director People & Culture unterschriebenen Brief an ver.di.
Wie dies mit der enormen Belastung der Beschäftigten und dem Arbeitsdruck, den sie täglich spüren, einhergeht erschließt sich nicht.

Arbeitgeber fordern Nullrunden und längere Arbeitszeiten
Die Arbeitgeber fordern ver.di nun auf, in Verhandlungen zu einem Sanierungstarifvertrag zu treten. Für diese Verhandlungen stellen die Arbeitgeber folgende Forderungen auf:

- Aussetzung von Tariferhöhungen bis 31.12.2023

- Erhöhung der Regelarbeitszeit von 38 auf 40 Arbeitsstunden pro Woche ohne Lohnausgleich bis zum 31.12.2023

- Absenkung der Urlaubstage von 30 auf 25 Tage pro Jahr (ohne Ausgleich) befristet bis zum 31.12.2023

- Weitere Themen/Maßnahmen zur Senkung der Personalkosten

Darüber hinaus kündigte ISS an, den Tarifvertrag Rationalisierungsschutz zu kündigen.

Arbeitsbedingungen schützen
Die Forderungen der Arbeitgeber sind alarmierend. Die Beschäftigten haben den Account mit viel Engagement und Einsatz an den Start gebracht und die Startschwierigkeiten souverän gemeistert. Nicht zuletzt durch etliche Stunden Mehrarbeit. Dies jetzt mit der Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen zu honorieren ist höchst ungerecht.

ver.di wird die Aufforderung der Arbeitgeber mit seinen Mitgliedern in den ISS-Betriebsgruppen intensiv beraten und das weitere Vorgehen abstimmen.

Sicher ist aber jetzt schon: Die Aufforderungen der Arbeitgeber stellen einen Angriff auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten dar. Diesem Angriff wird sich ver.di entschlossen entgegen stellen!

Gemeinsam verteidigen wir die Arbeitsbedingungen bei der ISS CS. Deshalb jetzt: www.mitgliedwerden.verdi.de