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    Umbau des Telekom Deutschland Segmentes

    Umbau des Telekom Deutschland Segmentes

    Logo ver.di Sonderinfo

    21. März 2017 TARIFINFO

    Temporäre WAZ - Erhöhungen: ver.di und agv:comunity verständigen sich auf angepassten Zeitwert

    Suche nach akzeptabler Lösung erfolgreich
    Im Rahmen der Verhandlungen zur Ausgestaltung der tariflichen Regelungen zur temporären WAZ Erhöhung, sind die Tarifvertragsparteien auf eine bestehende tarifliche Regelungslage gestoßen, die zu erheblichen Unmut bei betroffenen Beschäftigten führte. Dabei geht es um den Zeitwert einer Arbeitsstunde, die im Rahmen der temporären WAZ Erhöhung in einem Lebensarbeitszeitkonto gutgeschrieben bzw. (auf Wunsch des Beschäftigten) ausgezahlt wird. ver.di hat dies zum Anlass genommen, mit dem Arbeitgeber nach gemeinsamen Lösungen zu suchen, die eine akzeptable Grundlage zur Berechnung des Zeitwertes einer Arbeitszeitstunde, im Rahmen der temporären WAZ Erhöhung darstellt.

    Zeitwert einer Stunde wird für 2017 angepasst
    ver.di hat mit dem Arbeitgeber eine Lösung gesucht, die sich unmittelbar für die von der WAZ Erhöhung betroffenen Beschäftigten umsetzen lässt. Diese wurde gefunden!

    Für 2017 gilt: Der Zeitwert einer Arbeitszeitstunde wird von den bestehenden 85% auf 100% angepasst. Dies erfolgt durch Anwendung eines Zeitkorrekturfaktors (oder Anpassung des Zählers), der vor Überführung der Stunden ins Lebensarbeitszeitkonto bzw. vor einer arbeitnehmerseitig gewünschten Auszahlung zur Anwendung kommt. Details und Regelungen die über 2018 hinausgehen werden noch zwischen den  Tarifvertragsparteien erörtert und festgelegt.

    Faire und gute Arbeitsbedingungen in den Unternehmen und Betrieben der Deutschen Telekom fallen nicht vom Himmel! Deshalb gilt jetzt: Mitglied werden! Mit machen! Mit gestalten!

    Mit der gefunden Lösung ist jetzt sichergestellt, dass eine Stunde der temporären WAZ Erhöhung auch mit 100% gutgeschrieben bzw. bezahlt wird. Das ist, nicht mehr als gerecht!

    Hintergrund:
    Zur Begleitung der Arbeitgeberseitig geplanten Or-ganisationsmaßnahme „einfach anders“ hat ver.di im letzten Jahr umfangreiche Sicherungspakete mit der Arbeitgeberseite vereinbart.

    Es wurden auch Regelungen zu Veränderungen in der Wochenarbeitszeit vereinbart. Neben der ab 2019 wirkenden allgemeinen Absenkung der Wo-chenarbeitszeit (in DT TS, DT Technik und DTKS auf 36 Stunden) wurden auch Regelungen zu einer tem-porären WAZ Erhöhung getroffen. Gegenstand die-ser Vereinbarung ist die Möglichkeit, dass die zu-ständigen Betriebsparteien - in einem vorgegebenen Rahmen - eine temporäre Erhöhung der WAZ für eine Gesellschaft, einen Betrieb, regional oder für einzelne Funktionen unterschiedlich festlegen können.

    Die Arbeitgeberseite hatte im Januar angekündigt, die neue Möglichkeit der temporären Wochenarbeits-eiterhöhung, in bestimmten Bereichen der DT Technik nutzen zu wollen. Mittlerweile sind die Ar-beitgeber auf die Betriebsräte im Bereich DT Technik zugegangen und haben entsprechende Verhandlun-gen zu Betriebsvereinbarungen, in denen die Details festgelegt sind, aufgenommen bzw. in mehreren Betrieben bereits abgeschlossen. Betroffen sind Beschäftigte der DT Technik - in bestimmten Bereichen - sowie DTTS die in der DT Technik dort eingesetzt sind. (md)

    21. Februar 2017 TARIFINFO

    Umbau des Telekom Deutschland Segmentes „Einfach anders“: Tarifverträge zur Überleitung stehen!

    Schutzregelungen zur Überleitung
    Bereits bei den Verhandlungen zum „Letter of Intent (LOI)“ zur Organisationsmaßnahme „Ein-fach anders“ hat ver.di klargestellt, dass eine Verschlechterung und Eingriffe in bestehende Arbeitsbedingungen nicht akzeptabel sind. Ge-prägt von der klaren Position und Konfliktbereit-schaft konnte ver.di mit dem LOI frühzeitig Eckpunkte zur Überleitung und zum Schutz der Be-schäftigten durchsetzen.

    Zu den in den letzten Monaten mit dem Arbeitgeber festgelegten Eckpunkten wurden aktuell zwischen ver.di und dem agv:comunity (Arbeit-geberverband Telekom) die tariflichen Sonder-regelungen (sogenannte TV SR´n) ausverhan-delt und abgeschlossen. Damit sind die konkre-ten tariflichen Inhalte, die zum Zeitpunkt der vor-gesehenen Umsetzung der arbeitgeberseitig geplanten Maßnahme „Einfach anders“ unmit-telbare Schutzwirkung entfalten, nun geklärt. Dies gilt für alle ver.di - Mitglieder, die von den Betriebsübergängen (sowie dem Wechsel in die DT Technik) aufgrund der Maßnahme „Einfach anders“ betroffen sind! Die oben genannten Tarifverhandlungen sind parallel und in enger Abstimmung mit dem Konzernbetriebsrat Telekom (KBR) geführt worden. Dieser hat parallel alle notwendigen Interessen-ausgleiche und Sozialpläne zur Maßnahme „Einfach anders“ verhandelt. Im Zusammenwirken aller Regelungen liegt jetzt ein umfassendes Schutzpaket zur Begleitung der Umsetzung der Maßnahme „Einfach anders“ auf dem Tisch!

    Entgeltregelungen
    Im Zusammenhang der aktuell laufenden Tarif-verhandlungen zu einem harmonisiertes Entgelt-rahmensystem im Telekom Konzern, hat ver.di erreicht, dass die bisherigen Entgeltregelungen der Herkunftsgesellschaften (Entgeltrahmen- und Entgelttarifver-träge), trotz der vorgesehenen Übergänge im Juli 2017, bis zum Ende des Jahres 2017 (über sogenannte Bereichsausnah-men) weitergelten und damit unverän-dert in den neuen Gesellschaften fort-geführt werden. Dies gilt für alle Beschäftigten, bei denen ein Unter-nehmenswechsel per Betriebsüber-gang nach BGB § 613a erfolgt. Damit sind - unter Berücksichtigung der jeweiligen wöchent-lichen Arbeitszeit (siehe nächste Seite) – auch die Entgeltbedingungen dieser Beschäftigten gesichert!

    Nach Abschluss der Verhandlungen zu einem harmonisierten Entgeltrahmensystem ist vorgesehen, die Migration auf das dann konzerneinheitliche System (zum 01.01.2018) direkt statt- finden zu lassen. Somit werden mehrere Wechsel der Beschäftigten zwischen unterschiedlichen Entgeltsystemen, innerhalb kürzester Zeit, vermieden! Für diese Überführungen zum 01.01.2018 sind dann natürlich die noch zu ver-einbarenden Besitzstands- und Überleitbedin-gungen, die im Zusammenhang mit den Verhandlungen zur Konzernharmonisierung ausver-handelt werden, maßgebend.

    Tarifliche Sonderregelungen sichern die Bedingungen für Übergänge
    Für die im Rahmen der Maßnahme „Einfach anders“ vorgesehenen Übergänge der Beschäf-tigten, zum Beispiel von der Deutschen Telekom Technischer Service GmbH und Telekom Deutschland GmbH in die neue Deutsche Tele-kom Service GmbH (bisherige DT Kundenser-vice GmbH), legen die vereinbarten „Tarifverträ-ge Sonderregelungen“ die konkreten Wechsel-bedingungen und Ansprüche der Beschäftigten fest. In den tariflichen Sonderregelungen ist z. B. folgendes festgelegt:

    - die bisher anerkannte, erworbene Betriebszugehörigkeit wird gesichert und in der neuen Gesellschaft fortgeführt,
    - bestehende Urlaubs- und Sonderurlaubs-ansprüche werden übertragen. Bereits genehmigte Urlaube und Arbeitsbefreiungen können wie geplant angetreten werden,
    - bestehende Besitzstände werden beim Übergang berücksichtigt,
    - Salden in den Arbeitszeitkonten werden übertragen,
    - bereits vereinbarte, bzw. angetretene Al-tersteilzeitverträge werden wie vereinbart fortgeführt,
    - bestehende Telearbeitsvereinbarungen bleiben in den neuen Gesellschaften bestehen,
    - ggf. höhere Ansprüche auf Vermögens-wirksame Leistungen bleiben für die Restlaufzeit des bestehenden Vertrages unberührt,
    - bessere Haftungsregelungen der Her-kunftsgesellschaft gelten weiter,
    - Regelungen zu bestehenden INS Einsät-zen sind gesichert und können weiter an-gewendet werden,
    - Regelungen zu Beihilfen in Krankheits-, Geburts- und Todesfällen gelten weiter,
    - Ansprüche aus dem TV Soziales werden inhaltlich übertragen,
    - …

    Mit den tariflichen Sicherungsregelungen werden vorhandene Unsicherheiten und Unwägbarkeiten, die aus den betrieblichen Übergängen entstehen, ausgeschlossen. ver.di hat damit klare Wechselbedingungen und Sicherheit für die betroffenen ver.di - Mitglieder im Deutschland Segment durchgesetzt. Bereichsausnahme Entgelt und veränderte Wochenarbeitszeit: Was heißt das konkret?

    Für alle organisatorischen Übergänge im Rahmen der Maßnahme „Einfach anders“ gilt, dass grundsätzlich die Arbeitsbedingungen der auf-nehmenden Gesellschaften gelten. Die verein-barten Bereichsausnahmen bedeuten, dass da-von abweichend, für die Entgeltthemen die Re-gelungen der Herkunftsgesellschaften bis 31.12.2017 weiter gelten.

    Veränderung der Wochenarbeitszeit
    Für die Berechnung der jeweiligen individuellen Jahreszielentgelte spielt auch die zu Grunde liegende tariflich vereinbarte wöchentliche Ar-beitszeit aus dem jeweiligen Manteltarifvertrag eine Rolle.

    Für Beschäftigte, die im Rahmen von „Einfach anders“ zum 01.07.2017 in eine neue Gesell-schaft wechseln, konnte durchgesetzt werden, dass die individuellen Jahreszielentgelte hoch gerechnet werden, wenn in der neuen Gesell-schaft eine längere Wochenarbeitszeit als in der bisherigen Gesellschaft gilt.

    Hierzu gibt es verschiedene Fallgruppen, für die unterschiedliche Regelungen vereinbart wurden.
    Für Beschäftigte, die z. B. aus einer 34 Stunden-Woche in eine Gesellschaft mit einer 38 Stunden-Woche wechseln, ist vereinbart, dass in der Folge eine Erhöhung des Entgelts unter Anwen-dung eines Faktors stattfindet. Da das Entgelt der 34 Stunden-Woche einen Teillohnausgleich beinhaltete erfolgt in diesem Fall eine Erhöhung des individuellen Entgelts mithilfe des Faktors 38/35,5.

    Bei Teilzeitkräften kann die Anwendung des Faktors zu einer Reduzierung des Jahreszielentgelts führen, wenn sie ihre bisherige individu-elle Arbeitszeit nicht verändern möchten. Die Teilzeitkräfte bekommen jedoch die Möglichkeit, ihre individuelle Arbeitszeit soweit zu erhöhen, bis der alte Teilzeitgrad wieder erreicht wird. Dies führt dann auch in diesem Fall zu einer Erhöhung des Entgelts.

    Für Beschäftigte, die nicht aus der Logik der 34 Stunden Woche kommen, erfolgt bei einer Erhö-hung der WAZ eine lineare Erhöhung der indivi-duellen Entgelte. Für Beschäftigte, die in eine Gesellschaft mit geringerer WAZ wechseln, reduziert sich die zu erbringende WAZ entsprechend des aufneh-menden Tarifbereiches. Für sie ist allerdings geregelt, dass ihr bisheriges Entgelt 1:1 ohne negative Anpassung überführt wird.

    Weitere Schritte
    In den kommenden Wochen wird die Arbeitgeberseite jetzt mit den Betriebsräten die Umset-zung der Maßnahme „Einfach anders“ entsprechend der in den Interessenausgleichen geregelten Verfahren vorbereiten. ver.di wird parallel die weiteren Verhandlungen, z. B. für ein konzernharmonisiertes Entgeltrahmensystem sowie zur Volltarifierung der GK Vertriebsgesellschaft - die zum 01.01.2018 gegründet werden soll - konsequent angehen. Sobald weitere Ergebnisse aus den Verhandlungen vorliegen, wird ver.di informieren.

    Für die Verhandlungen gilt: ver.di Mitgliedschaft stärkt Durchsetzungsfähigkeit deshalb: ver.di Mitglied werden – ver.di Mitglieder werben!

    Weitere Details im Tarifinfo 2

    17.01.2017 Tarifinfo

    Umsetzung von tariflichen Inhalten „einfach anders“!  Regelungen zu möglichen temporären WAZ - Erhöhungen

    Tarifvertrag zur temporären Erhöhung der Wochenarbeitszeit

    Zur Begleitung der arbeitgeberseitig geplanten Organisationsmaßnahme „einfach anders“ hat ver.di im letzten Jahr bereits umfangreiche Sicherungspakete mit der Arbeitgeberseite vereinbart.

    Es wurden auch Regelungen zu Veränderungen in der Wochenarbeitszeit vereinbart. Neben der ab 2019 wirkenden allgemeinen Absenkung der Wochenarbeitszeit (in DT TS, DT Technik und DTKS auf 36 Stunden) wurden auch Regelungen zur Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit erarbeitet, die zum Teil bereits ab 2017 gelten.

    Hierzu hat ver.di deutlich gemacht, dass dies nur nach tarifvertraglicher Ausgestaltung umgesetzt wer-den kann. Vor diesem Hintergrund haben ver.di und die Gesell-schaften DT TS, DT Technik und DTKS den „Tarifver-trag zur vorläufigen Ausgestaltung der temporären Erhöhung der Wochenarbeitszeit“ verhandelt, der nun klärt, unter welchen Rahmenbedingungen dieses neue Instrument zur Anwendung kommen kann.
    Betriebsparteien entscheiden über Möglich-keitder WAZ-Erhöhung

    Mit dem aktuell verhandelten Tarifvertrag besteht für die Arbeitgeber die Möglichkeit, eine temporäre Er-höhung der Wochenarbeitszeit um 2 bzw. 4 Stunden beim Betriebsrat zu beantragen. In jedem Fall ist ver.di im Vorfeld über die betroffenen Bereiche und die vorgesehene Dauer zu unterrichten.

    Die temporäre WAZ-Erhöhung ist jeweils für volle Monate zu vereinbaren und kann für eine Gesell-schaft, einen Betrieb oder sogar nur für einzelne regionale oder funktionale Einheiten festgelegt werden.

    Wer konkret in die temporäre Erhöhung einbezogen wird, ist zwischen dem Arbeitgeber und Betriebsrat zu entscheiden. Die Dauer der temporären WAZ-Erhöhung beträgt mindestens sechs Monate.

    Bedingungen tariflich abgesichert – Incentivierung für Beschäftigte
    Die Möglichkeit zur WAZ-Erhöhung ist grundsätzlich für alle tariflich beschäftigten ArbeitnehmerInnen der DTTS, der DT Technik und der DT KS möglich. Aus-genommen sind allerdings ArbeitnehmerInnen in Teilzeit, ATZ und Auszubildende / Dual Studierende. Für MitarbeiterInnen in Teilzeit besteht die Möglich-keit freiwillig an der WAZ-Erhöhung teilzunehmen.

    Zusätzliche Zahlung für Beschäftigte
    Für die Dauer der temporären Erhöhung der Wo-chenarbeitszeit wurde vereinbart, dass alle teilneh-menden Beschäftigten eine zusätzliche Zahlung (In-centivierung) erhalten.  Bei einer temporären WAZ Erhöhung um 2 Std. wird dem Lebensarbeitszeitkonto (LazKo) des Mitarbeiters ein Betrag in Höhe von 250 € (für 12 Monate, bei kürzerer Erhöhungszeit anteilig) gutgeschrieben. Bei einer temporären WAZ Erhöhung um 4 Std. wird dem Lebensarbeitszeitkonto des Mitarbeiters ein Betrag in Höhe von 500 € (für 12 Monate, bei kürzerer Erhöhungszeit anteilig) gutgeschrieben.

    Auf Wunsch des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin kann eine Auszahlung der durch die WAZ-Erhöhung er-brachten Arbeitsstunden und der zusätzlichen Incen-tivierung erfolgen. Hierzu ist eine Frist von 2 Monaten vor dem jeweiligen Quartalsende zu beachten.

    MitarbeiterInnen ohne Lebensarbeitszeitkonto be-kommen die durch die WAZ-Erhöhung geleisteten Stunden und die zusätzliche Incentivierung ausbe-zahlt, bis sie einen Antrag auf Einrichtung eines Laz-Ko stellen und eine Wertguthabenvereinbarung ab-schließen.

    TV AZK gilt unverändert fort – Einführung eines Sonderkontos
    Der Tarifvertrag Arbeitszeitkonten gilt unverändert fort. Zur systemischen Umsetzung der temporären Erhöhung der Wochenarbeitszeit wird ein Sonderkon-to eingeführt. Die zusätzlich geleisteten 2 bzw. 4 Arbeitsstunden werden wöchentlich vom Arbeitszeit-konto in das Sonderkonto gebucht. Aus dem Sonder-konto erfolgt dann jeweils zum Quartalsende die Überführung in das Lebensarbeitszeitkonto bzw. die Auszahlung (Bei DTKS gelten für die operativen Be-reiche, abweichende Sonderregelungen). Bei Abwesenheiten mit Entgeltfortzahlungsanspruch (z.B. Urlaub, Arbeitsbefreiung, Krankheit bis zu sechs Wochen) werden keine Minusstunden generiert.

    Ankündigungen der Arbeitgeber
    ver.di liegt aktuell eine Ankündigung der Arbeitgeber-seite vor, die neue Möglichkeit der temporären Wo-chenarbeitszeiterhöhung, in bestimmten Bereichen der DT Technik nutzen zu wollen. Für den Service (DT KS, DTTS) ist aktuell keine temporäre WAZ-Erhöhung vorgesehen.
    Die ver.di-Betriebsräte werden das Ansinnen der DT Technik in den nächsten Wochen intensiv prüfen und klären, ob dies mit der aktuellen Belastungssituation der Beschäftigten in den Betrieben vereinbar ist.

    Weitere Verhandlungskomplexe zur Gestaltung der Arbeitsbedingungen in den nächsten Monaten
    Die nun getroffenen Vereinbarungen zur temporären Erhöhung der Wochenarbeitszeit stehen im direkten Zusammenhang mit dem umfassenden Sicherungs-paket, das ver.di aktuell mit den Arbeitgebern zur Maßnahme „einfach anders“ verhandelt hat.
    In den folgenden Monaten werden weitere Verhand-lungen, unter anderem zur Konzernharmonisierung des Entgeltsystems und zu Tarifverträgen Sonderre-gelungen zur Begleitung der Betriebsübergänge von ver.di geführt.

    23. September 2016 SONDERINFO

    Umbau des Telekom Deutschland Segmentes „Einfach anders“ - Schutz, Sicherheit und Perspektive durchgesetzt!

    Schutz und Perspektive statt Tarifflucht

    Unter der Bezeichnung „Einfach anders“ hat der Arbeitgeber Deutsche Telekom tief greifende Veränderungen der Unternehmensstrukturen innerhalb Deutschlands festgelegt. Dabei waren nicht nur die Optimierung der Prozesse und Strukturen im Fokus. Zulasten der Beschäftigten war auch beabsichtigt, Personalkosten durch Verschlechterung der Arbeits- und Entgeltbedingungen zu reduzieren, Tarifflucht zu organisieren und neue unsoziale Personalabbaumechanismen zu ermöglichen.

    ver.di hat frühzeitig klar gemacht, dass solche Szenarien nur eine Antwort zulassen: KONSEQUENTE GEGENWEHR!
     

    Bedingungen frühzeitig geklärt

    Geprägt von der klaren Haltung ver.dis zur Konfliktbereitschaft, ist die Arbeitgeberseite frühzeitig an den Verhandlungstisch gekommen, um mit ver.di die tariflichen und sozialen Bedingungen zu „Einfach anders“ und sich hieraus ergebender „Übergänge“ zu verhandeln. Über die Sommermonate hinweg sind in intensiven Verhandlungen zwischen ver.di und Telekom die zum Schutz der Beschäftigten notwendigen Rahmenbedingungen erörtert und ausverhandelt worden. Ende August hat ver.di ein Verhandlungsergebnis über tarifvertragliche Eckpunkte zu den anstehenden, geplanten Maßnahmen „Einfach anders“ erreicht.

    Bereits heute steht fest:

    • Extreme Bedrohungsszenarien sind abgewehrt!
       
    • Tarifstandards bleiben erhalten und werden in Summe nicht verschlechtert!
       
    • Zur Überführung von Beschäftigten und zum Schutz vorhandener Besitzstände (inkl. Expektanzen) werden umfassende tarifliche Regelungen festgelegt!
       
    • Die im Zusammenhang der Tarifrunde 2016 vereinbarten  Verhandlungen zur Harmonisierung von Tarifbedingungen im Konzern bleiben unberührt!
       
    • Zur Bewältigung beschäftigungspolitischer Herausforderungen werden sozialverträgliche Instrumente - u.a. eine deutliche Reduzierung der Wochenarbeitszeit - genutzt!
       

    Durch die Maßnahme „Einfach anders“ kommt es zu zahlreichen tariflichen Übergängen.

    Für Beschäftigte, die in den Herkunftsgesellschaften verbleiben, treten aufgrund der Umorganisation keine Veränderungen der tariflichen Arbeits- und Entgeltbedingungen ein.
     

    Fragen über Fragen

    Aus den arbeitgeberseitig geplanten Übergängen der Beschäftigungsverhältnisse ergeben sich unzählige Fragen zu den künftigen Arbeits- und Entgeltbedingungen, z. B.:

    • Welche Tarifbedingungen gelten konkret in der neuen Gesellschaft?
    • Ist das Tarifniveau in der Zielgesellschaft niedriger?
    • Bleibt das bisherige Entgelt erhalten?
    • Verändert sich das bisherige Festentgelt?
    • Wann gibt es die nächste allgemeine Entgelterhöhung?
    • Verändert sich die zu leistende Arbeitszeit?
    • Was passiert mit vorliegendem Kündigungsschutz und dem Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen?
    • Bleibt die betriebliche Altersversorgung erhalten?
    • u.s.w.
       

    Antworten gefunden

    In den Verhandlungen hat ver.di zunächst darum gerungen, die Ausrichtung der geplanten Organisationsänderungen des Arbeitgebers mit dem Ziel zu verändern, dass sich Auswirkungen auf die Beschäftigten minimieren. Hier ist es ver.di an mehreren Stellen gelungen, die ursprünglichen Arbeitgeberabsichten zu verändern. So verbleibt z. B. der heutige Außendienst, inkl. der Disposition in der DTTS. Gleiches gilt für das Lösungs-/Wachstumsgeschäft der DTTS. Eine Verlagerung dieser Bereiche in die RSS wurde verhindert. Ebenso ist es gelungen, den bestehenden Ratioschutz und den Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen für die ver.di-Mitglieder vollumfänglich zu erhalten. Und auch die Überführung des GK Vertriebes in eine gänzlich untarifierte Gesellschaft konnte ver.di abwehren.

    Der Arbeitgeber hat sich, wie z. B. bei der Herauslösung des operativen Geschäfts aus der Telekom Deutschland GmbH oder der Verlagerung der Innendienstbereiche der DTTS, nicht überall von seinen Organisationsüberlegungen abbringen lassen. Auch hier hat ver.di intensiv um die Absicherung der vorhandenen Arbeits- und Entgeltbedingungen sowie der Schaffung bzw. des Erhalts eines hochwertigen Tarifniveaus gestritten.
     

    Konditionen im Deutschlandsegment

    Folgende Regelungen wurden zum Schutz der Beschäftigten und zur Schaffung bzw. zum Erhalt des Tarifniveaus vereinbart:

    Kernelemente zur Überleitung von Beschäftigten in andere derzeit bestehende Tarifbedingungen:
     
    Durch die arbeitgeberseitig geplanten Betriebsübergänge von Beschäftigten (gemäß § 613a BGB) in Gesellschaften mit bestehenden Tarifverträgen wäre es vielfach zur Ablösung der vorhandenen Arbeits- und Entgeltbedingungen  - mit teils gravierenden Folgen für die Betroffenen - gekommen. Dies hat ver.di konsequent abgelehnt und folgendes durchgesetzt:

    • Alle Übergänge werden mit tariflichen Sonderregelungen begleitet!
       
    • Inhalt der Sonderregelungen ist die vollumfängliche Absicherung aller bestehenden Ansprüche aus dem jeweiligen Herkunftstarifvertrag, inklusiv ggf. bereits bestehender Besitzstände sowie aller noch vorhandener Exspektanzen (z. B. noch ausstehende Wanderungen im Entgeltband des Ursprungs-TV)!
       
    • Dort, wo es z. B. durch die Verlagerung von Betriebsteilen, zur Kollision vorhandener betrieblicher Regelungen (Betriebsvereinbarungen) kommt, werden diese zwischen den Betriebsparteien rechtzeitig gelöst!
       
    • Die kollektiven Regelungen der GBV „Zukunft Innendienst DTTS“ werden 1:1 in der Neustruktur „DER Service“ fortgeführt!

    Überprüfung und Weiterentwicklung bestehender Entgeltsysteme im Konzern:

    Im Rahmen der Tarifrunde 2016 hat ver.di durchgesetzt, dass die konzernweit vorhandenen Entgeltsysteme durch die Tarifvertragsparteien in gemeinsamen Verhandlungen überprüft und weiterentwickelt werden. Ziel ist die Harmonisierung und Standardisierung von Entgeltrahmenregelungen auf Konzernebene. Für diese Verhandlungen wurden folgende Grundsätze festgelegt:

    • Für vorhandene Arbeits- und Entgeltbedingungen werden tarifvertragliche Besitzstandsregelungen vereinbart!
       
    • Im Hinblick auf das zu findende Tarifniveau gilt, dass das vorhandene Tarifniveau (z. B. im Verhältnis Arbeitszeit/Entgelt) in Summe nicht unterschritten werden darf!
       
    • Die Umstellungen und Harmonisierungen erfolgen im Ist und in der Projektion kostenneutral!

    Durch die arbeitgeberseitig nunmehr geplanten Betriebsübergänge von ca. 15.000 Beschäftigten hätte sich die Ausgangslage dieser Verhandlungen für die Arbeitnehmerseite drastisch verschlechtert. Dies war nicht akzeptabel.

    ver.di hat hier durchgesetzt:

    • Die Vereinbarung aus der Tarifrunde zur konzernweiten Vereinheitlichung der Entgeltsysteme bleibt unberührt!
       
    • Der Ausgangspunkt für diese Verhandlungen und anzustellenden Betrachtungen ist die Regelungslage zum Zeitpunkt des Abschlusses der Tarifrunde (also vor den durch „Einfach anders“ beabsichtigten Übergängen)
       
    • Die Verhandlungen zur Schaffung einheitlicher Entgeltrahmenbedingungen werden unverzüglich aufgenommen, mit dem Ziel, diese bis Mai 2017 abzuschließen und die Ergebnisse zum 01.01.2018 umzusetzen!
       
    • Bis zur Harmonisierung werden Funktionalitäten die nach der Migration von Beschäftigten (aufgrund der Maßnahme „Einfach anders“), einem anderen Entgeltsystem zugeordnet werden, so zugeordnet, wie es im Ursprungssystem der Fall war (1:1 Erhalt des Wertigkeitsgefüges)

    Nicht nur Schutz und Sicherheit für die Beschäftigten durchgesetzt, sondern wichtige offene tarifpolitische Themen bewegt!

    In diesem Sinne finden sich mehrere Themen in dem Gesamtpaket wieder:

    • Für die neue PK Vertriebsgesellschaft wird ab 01.01.2018 eine tarifliche Regelung zur betrieblichen Altersversorgung (gemäß dem vorhandenen Konzernstandard) abgeschlossen. Hiermit wird eine seit 2004 bestehende Ungerechtigkeit beendet diesen Beschäftigten eine tarifvertragliche betriebliche Altersversorgung vorzuenthalten!
       
    • Ab 01.01.2019 wird für alle Beschäftigten, deren variables Entgelt sich ausschließlich nach der „Big 6 Logik“ richtet, das Entgelt auf ein reines 100% Festentgelt umgestellt. Hiermit wird für zehntausende Beschäftigte im T-Deutschland- Segment die Variable in ein 100%iges Festentgelt umgewandelt. Die seit Jahren verfolgte tarifpolitische Ausrichtung „die Variable muss weg!“ wird somit für diese Beschäftigten Realität!

    Kernelemente zur Neutarifierung der GK Vertriebseinheit:

    Durch die arbeitgeberseitig geplante Gründung einer vollkommen neuen GmbH und der Übergänge aus der Telekom Deutschland GmbH wären diese auf eine untarifierte Gesellschaft getroffen. Die Arbeitgeberseite hat dabei das Ziel verfolgt, für die neue Gesellschaft ein gegenüber der Telekom Deutschland GmbH deutlich abgesenktes Tarifniveau zu verankern. Dies hat ver.di abgewehrt!

    Vereinbart wurde:

    • Die neue GK Vertriebseinheit wird auf Basis der Tarifverträge der Telekom Deutschland tarifiert!
       
    • Hierbei werden die Tarifbedingungen für die neue Gesellschaft bezüglich der Besonderheiten einer GK Vertriebseinheit durch die Tarifvertragsparteien überprüft!
       
    • Für Vertriebsfunktionen wird die Variable zu 50% individuell gesichert (für Beschäftigte die aus der TDG kommen wird die heutige Sicherung schrittweise - 2018, 2019, 2020 von 80 auf 50% -  reduziert)!
       
    • Der Deckel für die Zielerreichung im Vertrieb wird im Gegenzug auf 200% angehoben (heute 150%)!
       
    • Für zukünftig neu eingestellte Beschäftigte gilt folgendes: die Wochenarbeitszeit beträgt 38 Std. Es werden die Regelentgelttabellen der TDG übernommen. Für konzernexterne Einstellungen wird eine „Heranführungsregelung“ vereinbart. Für konzerninterne Wechsel wird die bestehende tarifvertragliche Heranführungsregelung fortgeführt!
       
    • Beschäftigte die aus der TDG überführt werden (Bestandsbeschäftigte), wechseln mit ihrer heutigen individuell geltenden Wochenarbeitszeit und mit ihrem individuellen Jahreszielentgelt!
       

    Folgen der Digitalisierung, Standarisierung und Automatisierung sowie IP Umstellung bewältigen!

    Die Folgen der Digitalisierung in IT- und Prozess-dominierten Geschäftsfeldern sowie die beschäftigungspolitischen Folgen die sich z. B. aus der  IP Netzumstellung ergeben, werden die Beschäftigten im Deutschlandsegment vor weitere Herausforderungen stellen. Die Arbeitgeberseite hat in den Verhandlungen das Ziel verfolgt, einseitige Dispositionsfreiheit  für zukünftigen Personalabbau und –umbau zu erlangen. Dies hat ver.di verhindert!

    Einigkeit besteht, dass es innovativer, sozialverträglicher Instrumente bedarf, um auch in Zukunft eine erfolgreiche und weiterhin sozialverträgliche Umsetzung der kommenden Veränderungen zu gewährleisten.

    In diesem Sinne hat ver.di mit der Arbeitgeberseite folgende weitere Festlegungen getroffen.

    Allgemeine Arbeitszeitverkürzung

    Zum 01.01.2019 wird die Arbeitszeit in der DT Technik GmbH, der DTTS sowie der neuen DT Service GmbH von 38 auf 36 Std. / Woche reduziert. Die Reduzierung der Wochenarbeitszeit um 2 Stunden wird im Entgelt zu 50% ausgeglichen (das heißt die Bezahlung erfolgt dann für 37 Stunden). Diese Entgeltwirkung wird bis zur Realisierung der WAZ Absenkung durch mehrere Sachverhalte kompensiert:

    • Tarifrunde 2018
    • zeitgleiche Einführung eines 100% Festentgeltes (siehe oben).

    Mit diesem Schritt erfolgt für ca. 40.000 Tarifbeschäftigte die Reduzierung der Wochenarbeiszeit. Rechnerisch entspricht dies 2.200 Vollzeitarbeitsplätzen.

    Zeitbefristete, zusätzliche Möglichkeit zur Arbeitszeitverkürzung

    Bedarfsorientiert kann in den Bereichen, in denen ab 01.01.2019 die 36 Std./Woche gilt, zeitbefristet (jeweils für ein Jahr) eine weitere Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 34, 33, oder 32 Wochenarbeitszeitstunden erfolgen. Auch für derartige Reduzierungen erfolgen gestaffelte Teillohnausgleiche. Ob dies erfolgt, und in welchem Umfang, legen die Tarifvertragsparteien jeweils im Quartal 3 für das folgende Jahr fest. Ziel derartiger Festlegungen ist es Rationalisierungswirkungen zu vermeiden. Wenn davon Gebrauch gemacht wird, gilt für die einbezogenen Beschäftigten ein Schutz vor betriebsbedingten Beendigungskündigungen.

    Zeitbefristete Möglichkeit zur Erhöhung der Wochenarbeitszeit

    Für eine Gesellschaft, einen Betrieb oder eine Region kann die Wochenarbeitszeit zeitbefristet (mind. 6 Monate) um 2 oder 4 Stunden erhöht werden. Dies ist in den Unternehmen möglich, für die die oben genannte Wochenarbeitszeitreduzierung auf 36 Std. / Woche erfolgt.
    Wenn eine Erhöhung erfolgt, werden die Stunden dem Lebensarbeitszeitkonto gutgeschrieben. Auf Wunsch des Beschäftigten erfolgt eine Auszahlung der Stunden. Eine Wochenarbeitszeiterhöhung wird zusätzlich incentiviert: bei 2 Stunden mit 250€, bei 4 Stunden mit 500€ (Beträge jeweils bezogen auf 12 Monate, ansonsten anteilig). Die Beträge werden dem Lebensarbeitszeitkonto gutgeschrieben.

    Ratioschutz und Personalumbaumanagement

    Die Tarifvertragsparteien werden Verhandlungen aufnehmen, um den bestehenden Rationalisierungsschutz an geänderte Herausforderungen anzupassen. Bis zum Abschluss der Verhandlungen findet der bestehende Ratioschutz unverändert Anwendung.

    ver.di verfolgt in diesen Verhandlungen u.a. das Ziel:

    • Die Regelungen unter Berücksichtigung bestehender BAG Rechtsprechung fortzuschreiben,
       
    • einen besseren materiellen Schutz der Beschäftigten bei Ratio-Betroffenheit (z. B. 100% Entgeltsicherung) durchzusetzen, und
       
    • die generelle Verlängerung des Ausschlusses Betriebsbedingter Beendigungskündigungen  über den 31.12.2018 hinaus durchzusetzen.

    Ergänzend wird in der Telekom Deutschland GmbH und bei Bedarf in den einzelnen Gesellschaften eine Einheit eingerichtet, deren Aufgabe es ist, Beschäftigte die vom Beschäftigungsrückgang betroffen sind - oder absehbar sein werden – frühzeitig, professionell und zielgerichtet auf alternative sozialverträgliche dauerhafte Beschäftigungsalternativen vorzubereiten. Beschäftigte werden zur Teilnahme an Beratungs- und Serviceleistungen des Personalumbaumanagements temporär von der Arbeitsleistung freigestellt.

    Funktionierende Mitbestimmungsstrukturen

    Damit die Beschäftigten in den sich abzeichnenden Organisationsumbrüchen beim Management Gehör finden, ist eine funktionierende Mitbestimmungsstruktur von Nöten. ver.di hat dies frühzeitig platziert. So ist es ver.di gelungen, Regelungen durchzusetzen, die mitbestimmungsfreie Räume ausschließt und so gewährleistet, dass die betroffenen Beschäftigten ihre Ansprechpartner auf der Arbeitnehmerseite in der Umbruchphase nicht verlieren.
     

    ver.di Bewertung:
    „Firma“ nicht gefährden! Zukunftsfragen mit Schutz und Perspektiven begegnen!

    Der erneute Konzernumbau belastet die Beschäftigten, die Kunden und das wirtschaftliche Ergebnis des Deutschlandsegmentes. Während die Beschäftigten sich täglich für die Telekomkunden engagieren, (beispielsweise beim Netzausbau, der IP Umstellung, Entwicklung von Wachstumsinitiativen, sowie durch das Ausregeln von Prozessstörungen und „Servicekrisen“) serviert das Telekommanagement ihnen eine erneute Reorganisationsmaßnahme – mit zahlreichen Betriebsübergängen, die unzählige Fragen und Betroffenheiten auslösen. Mit diesem Vorgehen riskiert das Telekommanagement „offenen Auges“, dass in den nächsten Wochen und Monaten im Deutschlandsegment erhebliche „Kräfte nach innen“ verbraucht werden.

    Am Ende sind nicht die Interessenvertretungen der Beschäftigten für die Aufstellung der Firmen im Detail verantwortlich, sondern das Management alleine. Die Möglichkeiten der Einflussnahme und Mitbestimmung für Organisationsmaßnahmen sind begrenzt und so muss auch in diesem Fall das Management die Verantwortung dafür übernehmen, dass die Neuaufstellung am Ende funktionsfähig ist und gelingt. Viele von den 21 großen Umorganisationen der Deutschen Telekom seit 1998 haben sich am Ende als „Rohrkrepierer“ erwiesen. Deswegen ist Skepsis und Zurückhaltung auch angesichts fast euphorischer Schilderungen von neuen Steuerungslogiken, Prozessketten und Marktangängen, aus den Erfahrungen der Vergangenheit heraus, gerechtfertigt.

    Bezüglich der Konditionenfragen für die Beschäftigten ist es ver.di gelungen, bemerkenswerte Regelungen durchzusetzen. Sie bieten Schutz, Sicherheit  und Perspektiven:

    • Noch weitergehende organisatorische Veränderungen wurden verhindert!
       
    • Das Tarifniveau wird trotz der Übergänge - in Summe - auf einem hohen Niveau innerhalb des Konzerns gesichert!
       
    • Der Schutz für betroffene Beschäftigte beinhaltet nicht nur Besitzstandsthemen, sondern umfasst auch vorhandene Expektanzen des Altsystems!
       
    • Betriebliche Altersversorgung - die 2004 in der T Shop - verloren gegangen ist, wird in der neuen PK Vertriebsgesellschaft ab 01.01.2018 wieder eingeführt!
       
    • Die GK Vertriebsgesellschaft wird auf hohem Niveau der vorhandenen Telekom Deutschland Tarifverträge tarifiert!

    • Zu beschäftigungspolitischen Herausforderungen wurden Regelungen zur Arbeitszeitverkürzung geschaffen.
       
    • Extreme Bedrohungsszenarien wurden abgewehrt: So bleibt z. B. der bestehende Ratioschutz unberührt!
       
    • Bestehende Variable, wird in Bereichen mit Big 6 Logik in 100% Festentgelt umgewandelt!

     
    Der ver.di Bundesfachbereichsvorstand TK/IT hat dem erzielten Verhandlungsergebnis zugestimmt.

    In den nun kommenden Wochen gilt es jetzt, die vereinbarten Verhandlungen, wie z. B. zur Konzernharmonisierung der Entgeltsysteme und die konkreten Bedingungen zu klären. Dies packt ver.di jetzt an.

    ver.di Mitgliedschaft stärkt Durchsetzungsfähigkeit deshalb:

    Gemeinsam - mehr erreichen!