Telefonica & E-Plus @ ver.di

E-Plus und Telefónica Deutschland (O2)

E-Plus und Telefónica Deutschland (O2)

07. Juli 2014

Telefónica übernimmt E-Plus

Am 2. Juli hat die EU-Kommission über die Fusion von Telefónica Deutschland (Kernmarke 02) und E-Plus entschieden und den Zusammenschluss mit Auflagen genehmigt.
Beide haben zusammen mehr als 40 Millionen Mobilfunkkunden und begeben sich damit auf Augenhöhe mit Vodafone (D2) und Telekom (T-Mobile). Während die  Wettbewerber diesen Zusammenschluss scheinbar gelassen betrachten, reagieren die deutschen und europäischen Wettbewerbshüter aufgeregt. Doch am Ende ist es genau die Wettbewerbspolitik der vergangenen Jahre, die den Markt zur Konsolidierung zwingt und Arbeitsplätze vernichtet.

Im Juli vergangenen Jahres hat Telefónica Deutschland (TD) mit der niederländischen KPN eine milliardenschwere Übernahme von dessen deutscher Tochter E-Plus vereinbart. Die Transaktion soll noch 2014 abgeschlossen werden. Die Aktionäre beider Firmen haben die Fusion bereits bewilligt. Die EU-Kommission jedoch hat erst nach langem Zögern die Übernahme unter zweifelhaften Auflagen genehmigt.

Mit der Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland (TD) entsteht neben T-Mobile und Vodafones D2 ein dritter großer Player. Kritiker argwöhnen, dass dem neuen Mobilfunkriesen möglicherweise die Flexibilität und Agilität fehlen wird, den Markt durch immer neue Tarifmodelle und Billigangebote anzufeuern, wie es bislang E-Plus und O2 taten. Gerade E-Plus hat in den letzten Jahren die Branche durch günstige Flatrates und die Ausrichtung auf immer speziellere Zielgruppen vor sich hergetrieben.

Den Wettbewerbern verschafft die Fusion vielleicht kurzfristig eine Atempause und hoffentlich etwas mehr Luft für Investitionen und nachhaltigere Geschäftsmodelle. Schon bei der Bekanntgabe der Übernahme im Juli 2013 sprachen Experten von Synergieeffekten in Höhe von fünf Milliarden Euro. Diese Kosteneinsparungen ergeben sich vor
allem in den Bereichen Vertrieb, Kundenservice und Netzwerk. Mit dem Zusammenschluss können Ladengeschäfte, Vertriebsaktivitäten, Funkmasten, Tarife und Marken
reduziert werden.

Befürchtet wird, dass mit den Synergieeffekten in erster Linie der Abbau von Arbeitsplätzen gemeint ist. Claudia Weber, ver.di-Gewerkschaftssekretärin in München und seit 2013 als Arbeitnehmervertreterin im Aufsichtsrat der Telefónica Deutschland Holding AG: „Die Fusion wird nicht mit der Vertragsunterschrift geleistet. Die Fusion ist ein  jahrelanger Prozess des betrieblichen Umbaus, des kulturellen Zusammenwachsens und der Entwicklung einer gemeinsamen Unternehmensidentität. Aber bis dahin müssen Betriebsräte und ver.di viel Arbeit leisten, um ungeregelte, überhastete und kennzahlengetriebene Standortschließungen und Arbeitsplatzabbau zu vermeiden.“

[weiter auf Seite 4 der KOMM]

27. Juli 2013

Mobilfunk-Fusion: ver.di fordert Absicherung der Beschäftigten

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert im Zusammenhang mit der Fusion der beiden Mobilfunkbetreiber E-Plus und Telefónica Deutschland (O2) tarifvertragliche und betriebliche Regelungen zur Absicherung der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

„Die beschlossene Fusion darf nicht zu Arbeitsplatzabbau und Standortschließungen führen“, mahnte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder am Dienstag. Die Unternehmen bräuchten Zeit für eine geordnete Fusion, die die Beschäftigten mitnimmt und nicht auf Arbeitsplatzabbau abzielt. Erst dann würden die Vorteile des Zusammenschlusses nachhaltig zutage treten und Potenzial für Wachstum und Innovationen schaffen.

Die Beschäftigten hätten maßgeblich den Erfolg beider Mobilfunkunternehmen in einem schwierigen Markt vorangetrieben, betonte Schröder. Sie bräuchten jetzt verlässliche Zukunftsperspektiven. Zudem benötige die neue Firma ebenso wie der Rest der Tele-kommunikationsbranche regulative Rahmenbedingungen, die Wachstum ermöglichten und damit Beschäftigungssicherheit ge-währleisteten.

Die E-Plus-Gruppe beschäftigt nach Informationen von ver.di bun-desweit etwa 4.500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, darun-ter 1.500 in der E-Plus-Mobilfunk GmbH. Telefónica Deutschland kommt auf etwa 5.600 Beschäftigte bundesweit.