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Telefónica: Outsourcing IT Operations

Telefónica: Outsourcing IT Operations

14. Juli 2015

Outsourcing IT Operations. Fluch oder Segen?

Die Auslagerung der IT Operations wäre ein schwerwiegender Eingriff in die Un-ternehmensstruktur. Auch wenn das Unternehmen damit schnell Kosten reduzie-ren kann, ist mittel- und langfristig die Wirtschaftlichkeit einer solchen Maßnahme fragwürdig. Das Risiko einer IT-Auslagerung ist groß. Das gilt besonders für Telefónica, da sich das Unternehmen in der Findungsphase nach einer Fusion befindet. Folgen-de Argumente sprechen gegen eine IT-Auslagerung:

  • Telefónica (OldCo) verfügt über eine sehr komplexe IT-Infrastruktur, die längst noch nicht an die Systeme von E-plus angepasst ist. Die Möglichkeiten die IT-Strukturen zu optimieren werden mit einer IT-Auslagerung geringer.
  • Die Auslagerung der IT Operations braucht stabile Lösungen für Fragen des Datenschutzes und sensibler Kundendaten. Die Antworten bleibt das Unter-nehmen bislang schuldig.
  • In der hoch sensiblen Phase der Kundenmigrationen verzichtet man mit einer IT-Auslagerung auf Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten.
  • Mit Auslagerungen gehen i. d. R. Verluste von Fachkräfte einher.
  • Dem Betriebsrat / Wirtschaftsausschuss wurden nur unzureichend Informationen zur geplanten Auslagerung zur Verfügung gestellt.

Die Auslagerung der IT Operations macht nur Sinn, wenn es dem Wohlergehen des Unternehmens nutzt und kurz-, mittel- und langfristig einen echten Mehrwert bietet. Ob das so ist, bleibt offen, weil entsprechende Infos fehlen. Betriebsräte und Beschäftigte sollten frühzeitig in entsprechende Pläne eingebunden und Rahmenbedingungen oder auch Alternativen zu einer Auslagerung diskutieren! Das alles findet zurzeit nicht statt und muss schleunigst nachgeholt werden.

Liebe Geschäftsleitung, treffen Sie die richtige Entscheidung. Orientieren sie sich nicht an den Interessen des Kapitalmarktes, sondern treffen Sie die Entscheidung über das Outsourcing mit den Experten im Unternehmen, den Mitarbeiter und Mit-arbeiterinnen die bisher in diesem Bereich tätig waren.